Homosexualität in Amerika

Die Globalisierung der Gay Bewegung
Schwule und Lesben in den USA kämpfen seit den 1950er für ihre Rechte

Schon seit den 1950ern Jahren kämpfen die amerikanischen Gays für ihre Rechte. Ihr Einfluss auf die globale Bewegung ist enorm.

In den 1950ern Jahren wäre es lebensmüde und illegal gewesen eine pro-gay Organisation in den USA zu gründen. Die damaligen Zusammenschlüsse tarnten sich mit Codenamen wie “Mattachine Society” oder “Daughters of Billitis”. Gleichzeitig empfahl das American Law Institut alle opferlosen Straftaten, vor allem bezüglich einvernehmlichen Sex unter Erwachsenen, in straffreie Verstöße umzuwandeln. In den folgenden Jahren nahmen sich dieser Empfehlung nur wenige Staaten an.

Die Gay-Bewegung erhielt erst mit den Ereignissen von 1969 Aufwind. Die in Deutschland als Christopher Street Day bekannten Tumulte wurden von der Polizei ausgelöst. Sie hatte versucht eine Razzia in einem Gay-Club durchzuführen.

Christopher Street Day

Christopher Street Day

Ein weiterer Durchbruch ergab sich mit dem Urteil der Psychiatric Association, die Homosexualität nicht mehr als psychische Krankheit, sondern gesundes Verhalten bezeichnete. Der legale Durchbruch kam durch Gesetzesinitiativen der Demokraten. In den 1970er und 1980er Jahren entstanden viele Gesetzte die die Gay-Bewegung schon lange forderte und die formale Diskriminierung von Schwulen und Lesben eindämmen sollten.

1984 wurden dann erstmalig “gay partnerships benefits” gewährt. Schwule und lesbische Paare waren in einigen Staaten nun gleichberechtigt mit heterosexuellen Paaren, was ihre Rechte und Pflichten gegenüber dem Partner/der Partnerin anging. Aber erst in den 1990er Jahren kam es – initiiert durch eine Klage vor dem hawaiianischen Verfassungsgericht – zu einer breiten Diskussion in der amerikanischen Gesellschaft.

Nach und nach haben einige Bundesstaaten ihre Legislaturen geändert, Diskriminierung abgebaut und gleichgeschlechtliche Ehen eingeführt. Zeitweise kam es auch zu einem Roll-Back. Die Gay-Community muss beständig für ihre Rechte kämpfen, auch für die schon geltenden. Einen Durchbruch stellte auch das Urteil des High Court aus 2003: Alle Gesetze, die Homosexualität unter Strafe setzten oder verurteilten, mussten sofort von den Ländern getilgt werden.

Sehr späte Erfolge konnte die Gay Bewegung in den USA beim Militär verzeichnen. In den 1990er Jahren gelang es lediglich das offene Verbot von Homosexualität im Militär durch die Politik des “Don’t Ask, Don’t Tell” zu ersetzen. Die offizielle Empfehlung an Gays, die in die Armee wollten, war ihre Sexualität zu verschweigen. Erst 2010 nahm President Obama diesen letzten Teil der staatlichen Diskriminierung von Schwulen und Lesben in den USA zurück.

Generell hat die amerikanische Gay-Bewegung einen hohen Einfluss auf Aktivisten in der ganzen Welt. Wichtige globale Symbole, wie die Regenbogenflagge kommen aus den USA. Gilbert Baker hat sie 1978 für die “San Francisco’s Gay Freedom Celebration” entworfen. Sie soll die Unterschiedlichkeit der Schwulen und Lesben in der ganzen Welt abbilden.

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